Glutenunverträglichkeit bei Poppeditzje

Glutenunverträglichkeit

Glutenunverträglichkeit ist streng genommen ein nicht ganz korrekter Sammelbegriff, der mehrere Krankheiten zusammen fasst. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist er jedoch geläufig und die meisten können damit eher was anfangen als mit “Zöliakie”, “Weizenallergie” oder “Nicht-Zöliakie-Weizen-Sensitivität”.

Im folgenden Beitrag soll es vor allem um die Zöliakie gehen, die anders als die Weizenallergie keine Allergie ist. Zöliakie ist als Krankheit sehr komplex, vieles ist bis zum heutigen Zeitpunkt auch aus medizinischer Sicht noch ungeklärt. „Zöli“ (sprich Zöliakie-Betroffene:r) sein hat Auswirkungen auf das ganze Leben, nicht nur auf die Ernährung. 

Glutenfreie Lebensmittel

Glutenunverträglichkeit, was ist das überhaupt?!

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Dünndarmschleimhaut mit einer chronischen Entzündung  auf Gluten reagiert. Sie ist weder heilbar, noch medikamentös behandelbar.

Aufgrund der entzündeten Dünndarmschleimhaut können Nährstoffe weniger gut vom Körper absorbiert werden, was eine schlechte Nährstoffversorgung zur Folge haben kann. Das ist vor allem bei unf für Poppeditzje wichtig zu wissen. Da sie in Relation zu ihrem Körpergewicht mehr Nährstoffe brauchen, als Erwachsene. Dass bei einer glutenfreien Ernährung, in der viele “Fertigprodukte” gegessen werden,  typischerweise einige Nährstoffe kritisch sind, ist leider keine Gute Kombination. Umso wichtiger ist es auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung zu achten und mit einer Ernährungsfachkraft mit der entsprechenden Qualifikation zusammenzuarbeiten. (Pssst: am Donnerstag haben wir einen Wochenplan mit 5 glutenfreien Snack-Ideen für Euch – freut Euch drauf!)

Zöliakie ist KEINE Modeerscheinung. Wenn ein Zöli glutenfrei isst, dann nicht, um einen Trend mitzumachen, es geht nicht um Extrawürste oder darum sich in den Mittelpunkt zu stellen, sondern um eine gesundheitliche Notwendigkeit. Denn Stand jetzt gibt es zur glutenfreien Ernährung leider keine Alternative. 

Welche Symptome gibt es bei Zöliakie?

Die möglichen Symptome sind zum Teil sehr unterschiedlich, es gibt es sogar Betroffene, die gar keine Beschwerden haben und nur durch Zufall eine Diagnose erhalten (stille Zöliakie). Zöliakie wird häufig als Chamäleon der Gastroenterologie bezeichnet. 

Da die Zöliakie in erster Linie den Verdauungstrakt betrifft, treten die „klassischen“ Symptome auch dort auf: (chronische) Durchfälle oder Verstopfung in Begleitung von (starken) Bauchkrämpfen, zum Teil auch Übelkeit und Erbrechen, sowie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen. Daneben gibt es auch weniger „klassische“ Symptome, die bei unbehandelten Zöliakie-Patienten häufig zu beobachten sind, wie z.B. Müdigkeit, Kraftlosigkeit, diffuse Knochenschmerzen, verringerte Knochenmineralisation, Blutarmut, Mangelversorgung anderer Mikronährstoffe und noch weitere.

Bei Poppeditzje sind außerdem Gedeihstörungen (Wachstum und/oder Gewichtszunahme), ein hervorgewölbter Bauch, Schmelzdefekte der Zähne und ein verzögertes Einsetzen der Pubertät zu beobachten.

Wichtig ist: wenn Du eine Zöliakie bei Dir oder Deinem Kind vermutest, dass KEINE glutenfreien Ernährung angefangen wird! Eine Diagnose ist nur möglich, solange auch Gluten gegessen wird.

Glutenfreie Ernährung

Glutenfreie Ernährung

Gluten ist das Klebereiweiß in einigen Getreidearten. Bei der Herstellung von Teig ist es für die Zähigkeit und Elastizität verantwortlich. Gluten ist die wichtigste sogenannte “funktionale Komponente” in Mehl und hat Auswirkung auf die Form und den Geschmack des Produktes. Gluten ist außer in Weizen (und sämtlichen Sorten wie z.B. Emmer, Einkorn, Kamut…) auch in Dinkel (und Grünkern), Roggen und Gerste enthalten und in allen Produkten die mit oder aus diesen Getreiden hergestellt werden.

Gut zu wissen: Gluten, bzw. glutenhaltiges Getreide, gehört seit einigen Jahren zu den deklarationspflichtigen Allergenen. Als glutenfrei gelten alle Produkte, die einen Grenzwert von 20 mg/kg (20 ppm) nicht überschreiten.

Welche Lebensmittel sind glutenfrei?

Mais, Reis, Hirse und die sogenannten Pseudogetreidearten Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind glutenfrei. Alle Gemüsesorten, Obstsorten, Nüsse und Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) sind auch glutenfrei, wenn sie unverarbeitet sind.

Tierischen Lebensmittel sind grundsätzlich alle glutenfrei, auch wenn die Tiere ihrerseits mit glutenhaltigen Getreide gefüttert worden sind. Das Fleisch oder andere direkt gewonnen Erzeugnisse (Milch, Eier) sind dadurch nicht kontaminiert.

Zöliakie ist mehr als sich “einfach” glutenfrei zu ernähren

Ein Blick auf die Zutatenliste verrät bei jedem Produkt, ob Zöliakie-Betroffene es essen dürfen oder nicht. Gluten, oder glutenhaltiges Getreide, muss laut der Allergenkennzeichnung deklariert und hervorgehoben werden. Zusätze wie „kann Spuren von … enthalten” müssen nicht beachtet werden, da sie gesetzlich nicht geregelt und damit nicht verlässlich sind. 

Bei der Zubereitung der Speisen müssen immer mögliche Kontaminationsquellen beachtet und ausgeschlossen werden (Schneidebretter, Kochlöffel, Küchengeräte, Geschirrtücher usw.).

Das Risiko möglicher Kontaminationen macht ein gemeinsames und entspanntes Essen mit Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen leider oft zu einem sehr un-entspannten Ereignis für Betroffene. Auch ein ständiges Rechtfertigen und Erklären kann sehr anstrengend und belastend sein. Bei Poppeditzje kann die strikte und spurenfreie glutenfreie Ernährung in Kita, Schule und Betreuung (Außer-Haus-Verpflegung), sowie auf Klassenfahrten, Ausflügen und Co. schwierig sein. In dem Fall helfen kompetente Ansprechpartner:innen, wie z.B. die Deutsche Zöliakie Gesellschaft. 

Gastbeitrag von Tamara Wittenburg, Oecotrophologin, Dreifachmama & seit 20 Jahren selbst Zöli.

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